Wasserrecht & Infrastruktur

Unterirdische Dränsysteme nach WHG – Berechnung, Architektur, Compliance

Hydraulische Dimensionierung industrieller Abwasserleitungen und rechtskonforme Überwachung gemäß Wasserhaushaltsgesetz.

Die Planung und der Betrieb von Dränsystemen für Industrieabwässer erfordern eine präzise hydraulische Berechnung, eine robuste Rohrleitungsarchitektur und die strikte Einhaltung des WHG. Wir begleiten Sie von der ersten Bemessung über die Materialauswahl bis zur dokumentierten Überwachung – für eine langfristig sichere und behördlich anerkannte Entwässerungslösung.

Industrielle Rohrleitungsinfrastruktur für Abwasser unterirdisch
Abgeschlossene Projekte47
WHG-konforme Anlagen100 %
Durchschnittliche Rohrleitungslänge2.400 m
Jahre Erfahrung18

Bewertungen und Referenzen

Unsere Arbeit spricht für sich – Zitate von Auftraggebern aus der Industrie und aktuelle Kennzahlen zur WHG-Konformität.

Die hydraulische Berechnung der Dränleitung für unser neues Kühlwasserbecken war präzise und vollständig WHG-konform. Die Dokumentation hat die Prüfung durch die Wasserbehörde ohne Nachfragen bestanden.
Dana Ackermann MBA. Leiterin Umwelttechnik, Chemiepark Nord
Nach der Umstellung unserer Abwasserrohrarchitektur auf PE-HD haben wir die Dichtheitsprüfung nach WHG §62 problemlos bestanden. Die Planungsunterlagen waren so detailliert, dass unsere eigene Instandhaltung die Wartungsschächte direkt übernehmen konnte.
Betty Weis Projektleiterin Infrastruktur, Metallveredelung Süd GmbH
Die kontinuierliche Grundwasserpegelmessung während der Bauwasserhaltung lief über sechs Monate störungsfrei. Die Datenprotokolle waren jederzeit abrufbar und wurden von der Behörde als mustergültig bewertet.
Dr. Ing. Markus Böhmer Bauleiter, Tiefbauamt Region Stuttgart
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WHG-konforme Projekte
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Erstprüfung bestanden
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Jahre Erfahrung im Wasserrecht

Häufige Fragen zur Dränplanung

Antworten zu Berechnung, Material und WHG-Nachweisen für unterirdische Entwässerungssysteme.

Welche Rohrdurchmesser sind für Industrieabwässer üblich?

Die Dimensionierung hängt von der hydraulischen Last und dem Gefälle ab. Bei Prozessabwässern mit Feststoffanteil werden meist DN 200 bis DN 600 eingesetzt. Die genaue Berechnung erfolgt nach DIN EN 12056 unter Berücksichtigung des WHG §62.

Muss jede Dränleitung einen Dichtheitsnachweis haben?

Ja, sobald die Leitung wassergefährdende Stoffe führt, ist eine Dichtheitsprüfung nach WHG §62 erforderlich. Die Prüfintervalle richten sich nach der Betriebsgenehmigung und der Stoffklasse. Üblich sind Druck- oder Dichtheitsprüfungen vor Inbetriebnahme und in regelmäßigen Abständen.

Welche Materialien sind für aggressive Abwässer geeignet?

Für chemisch belastete Abwässer empfehlen wir PE-HD oder GFK. Beide Materialien bieten eine hohe Beständigkeit gegen Säuren und Laugen. Edelstahl kommt bei hohen Temperaturen oder besonderen Reinigungsanforderungen zum Einsatz. Die Materialwahl muss mit der zuständigen Wasserbehörde abgestimmt werden.

Wie wird die Grundwasserabsenkung während der Bauphase überwacht?

Die Überwachung erfolgt über Pegelmessstellen im Umfeld der Baugrube. Datenlogger zeichnen den Wasserstand kontinuierlich auf. Bei Überschreitung von Grenzwerten löst ein Alarm aus. Die Dokumentation wird der Behörde nach WHG §49 vorgelegt. Wir installieren und warten die Messtechnik vor Ort.

Welche Unterlagen brauche ich für die WHG-Genehmigung?

Erforderlich sind ein Lageplan der Leitungen, ein hydraulisches Berechnungsprotokoll, ein Dichtheitsnachweis sowie ein Betriebs- und Wartungskonzept. Bei wassergefährdenden Stoffen kommt ein Stoffkataster hinzu. Wir unterstützen bei der Zusammenstellung und Abstimmung mit der Behörde.

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Erläuterungen und Begriffsbestimmungen

Diese Seite legt die für die technische Dokumentation und Vertragsausführung verbindlichen Definitionen, Abgrenzungen und Auslegungsregeln fest. Sie dient der Vermeidung von Missverständnissen bei der Planung, Berechnung und dem Betrieb von Anlagen der industriellen Hydrotechnik.

Als unterirdisches Entwässerungsnetz werden alle Rohrleitungen, Schächte, Bauwerke und zugehörigen Anlagenteile definiert, die unterhalb der Geländeoberkante verlaufen und der Sammlung, Fortleitung oder zeitweiligen Speicherung von Abwasser, Niederschlagswasser oder Dränwasser dienen. Nicht umfasst sind Hausanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze sowie offene Gräben und Gerinne.
Verbindlich sind die Vorschriften des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG), insbesondere die §§ 62 (Anforderungen an das Einleiten von Abwasser), 49 (Erlaubnispflicht für Gewässerbenutzungen) und 5 (allgemeine Sorgfaltspflichten). Ergänzend gelten die technischen Regeln des DWA-Arbeitsblattes A 127 (Bemessung von Dränanlagen) sowie die landesspezifischen Ausführungsbestimmungen der Bundesländer. Die Einhaltung der WHG-Vorgaben ist Voraussetzung für die wasserrechtliche Erlaubnis.
Industrielles Abwasser im Sinne dieser Dokumentation umfasst alle Abwässer, die bei gewerblichen oder industriellen Produktions-, Kühl-, Reinigungs- oder Transportprozessen anfallen und aufgrund ihrer stofflichen Zusammensetzung, Temperatur oder Menge nicht mit häuslichem Abwasser vergleichbar sind. Die Abgrenzung erfolgt anhand der Herkunft und der Parameter gemäß Anhang 31 der Abwasserverordnung (AbwV). Bei Mischabwässern ist der industrielle Anteil maßgeblich für die Anforderungen an die Vorbehandlung und die Rohrleitungsmaterialien.
Die hydraulische Dimensionierung erfolgt auf Basis des Bemessungsregens (nach KOSTRA-DWD 2020) oder des maximalen Prozessabwasseranfalls zuzüglich eines Sicherheitszuschlags von 15 % auf den berechneten Volumenstrom. Die Mindestfließgeschwindigkeit bei Vollfüllung beträgt 0,7 m/s, die maximale Fließgeschwindigkeit 5,0 m/s. Abweichungen sind nur zulässig, wenn sie durch eine gesonderte hydraulische Nachweisführung und eine Risikobewertung gemäß WHG §5 begründet werden. Die Nennweite der Rohrleitung ist auf den nächstgrößeren handelsüblichen Durchmesser aufzurunden.
WHG-konforme Überwachung bedeutet die kontinuierliche, automatische Erfassung und dokumentierte Aufzeichnung der Grundwasserstände in mindestens drei Messpegeln (einer oberstromig, zwei unterstromig der Baumaßnahme) in einer Auflösung von mindestens 15 Minuten. Die Messdaten sind täglich auf Plausibilität zu prüfen und bei Überschreitung von festgelegten Schwellwerten (z. B. Absenkung um mehr als 0,3 m gegenüber dem natürlichen Schwankungsbereich) ist unverzüglich eine Meldung an die zuständige Wasserbehörde zu erstatten. Die Dokumentation muss für die Dauer von mindestens fünf Jahren nach Abschluss der Maßnahme aufbewahrt werden.
Standardmäßig zugelassen sind PE-HD (nach DIN 8074/8075) für pH-Werte zwischen 2 und 12, Edelstahl 1.4571 (V4A) für aggressive Medien mit Chloridbelastung bis 500 mg/l sowie GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) nach DIN 18820 für Temperaturen bis 80 °C. Die Auswahl des Materials ist abhängig von der chemischen Zusammensetzung des Abwassers, der Temperatur und dem Druck. Für Abwässer mit Lösungsmitteln oder stark oxidierenden Stoffen ist eine gesonderte Werkstoffprüfung und eine Zustimmung des Auftraggebers erforderlich. Betonrohre (nach DIN EN 1916) sind nur für Niederschlagswasser und nicht aggressives Dränwasser zulässig.

Technische Dokumentation

Berechnungsbeispiele und Rohrleitungsarchitektur

01Hydraulik
Unterirdisches Dränsystem
Bemessung nach WHG §62

Berechnung von Dränsystemen für Industrieabwässer

Hydraulische Dimensionierung eines unterirdischen Entwässerungsnetzes für einen Chemiepark. Ermittlung der Nennweite DN 300 bei einer maximalen Fördermenge von 45 l/s und einem Gefälle von 0,5 %. Die Dichtheitsprüfung erfolgt gemäß WHG-Anforderungen an flüssigkeitsdichte Rohrleitungen.

02Werkstoffe
Rohrleitungssystem aus Edelstahl
Materialauswahl für Prozessabwässer

Rohrleitungsarchitektur für industrielle Abwasserinfrastruktur

Planung einer PE-HD-Druckleitung für aggressive Abwässer aus der Galvanik. Die Rohrstatik berücksichtigt eine Betriebstemperatur von 40 °C und einen maximalen Betriebsdruck von 6 bar. Integration von Reinigungsöffnungen und Schächten nach DIN 1986-100.

03Messtechnik
Pegelmessung Grundwasser
Überwachung nach WHG §49

WHG-konforme Überwachung von Grundwasserabsenkungen

Kontinuierliche Pegelmessung mittels Drucksonden in drei Messstellen rund um eine Baugrube. Die Datenaufzeichnung erfolgt im 15-Minuten-Takt mit automatischer Alarmierung bei Überschreitung des Absenkziels um 0,2 m. Die Dokumentation wird der Wasserbehörde monatlich vorgelegt.

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